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Montag, 11. Juni 2012

Zum Begriff "Göttin".

Göttin=Gattin von Gott, was sonst? Schon die Grammatik macht "sie" hier ja schon von "ihm" abhängig!
Schön wäre ein freier Begriff, wie z.B. "lebendiges Alles", "Gesamtheit aller lebensfreundlichen Menschen", oder "Urmutter", "Allmutter", Gaia...
"Göttin" ist ein verweiblichter männlicher Begriff, wie "Ärztin", aber anders als "Frau", "Hebamme", "Amme" oder Frau Holle...

Ein guter Grund, den Begriff "Göttin" zu verwenden ist für mich, weil er Menschen, die bislang (ausschließlich) mit dem Begriff "Gott" umgehen, aufrüttelt, schockiert, provoziert... und übrigens finde ich wichtig, zwischen dem Begriff/der Bezeichnung und dem Bezeichneten zu unterscheiden. Es "schwingen ältere Zeiten mit" (Zitat Unmani Kuchinski)... Okay... aber gerade dieses "lange vor ihrem männl. Pendant" (Zitat Nadine Böttcher) eben gerade leider nicht.
Eigentlich stört mich bereits "männl. Pendant"... zur "Urmutter" gibt es kein "männliches Pendant".

http://www.facebook.com/groups/365941263416146/

Die geniale Lösung hat Kirsten Armbruster gefunden: Gott die Mutter.
https://www.facebook.com/groups/156185911249827/
http://kirstenarmbruster.wordpress.com/2013/12/16/der-jacobsweg-als-muschelweg-von-gott-der-mutter-2/

Sonntag, 3. Juni 2012

Willendorf


Noch eine

Statue féminine en terre cuite à engobe brun foncé. Mexique, 600-100 av. J-C H: 11,5 cm (tête cassée en plusieurs morceaux et recollée)

Quelle

Arts Premiers Ameriques

Diese Figur aus dem Mexiko der Zeit um 600-100 vuZ. ist momentan im Louvre Paris unter "Arts Premiers Ameriques" zu sehen.

Sie erinnert mich sehr an die Urmutter von Willendorf... die Armhaltung ist die gleiche, der betonte Bauch und Nabel... die lebensfrohe Ausstrahlung...

vgl. auch Gerhard Bott hier.

Dienstag, 8. Mai 2012

Die Holle

Hier nachgelesen, "ent-grimmte Märchen", konnte ich endlich erkennen, was die Grimm'schen erreichen wollen: Frauen ent-zweien, Miss-Trauen schaffen zwischen Tochter und Mutter, Zwietracht säen zwischen Schwestern, zwischen Pechmarie und Goldmarie, zwischen ("Stief"-)Müttern und der Gemeinschaft der Frauen, der Hel.
Lassen wir das nicht (mehr) zu.
Weben wir aus Tag und Nacht, Schwarz, Rot und Weiß einen Teppich der Frauen-Freundschaft.
Fräu-und-schaft!

Dienstag, 14. Februar 2012

XX

XX
Katharina
XX
Margareta
XX
Barbara
XX

Samstag, 9. Oktober 2010

Dawkins und die Atheisten

Die Fragestellung, ob es "Gott gibt" oder nicht, und die Aussage Richard Dawkins, es wäre für ihn unerheblich, ob "ein männlicher oder ein weiblicher Gott NICHT existiert" (youtube) sind in meinen Ohren Scheingefechte.
Das ist keine wesentliche Fragestellung, sondern Hirnwichserei mit dem Ziel, vielleicht, rhetorische Fähigkeiten zu trainieren, weiter nichts.

Wesentlich ist die Frage: Woran orientiere ich mich? Orientiere ich mich am Kaputtmachen, Töten, Ausbeuten, Herrschen-über, Ausnutzen, Übervorteilen, Leerfressen, Auslachen...
oder! Orientiere ich mich am Leben Spenden, Helfen, Unterstützen, Fördern, Mitfühlen, All-Eins-Sein, Lieben...

Wörter und Zeichen, Bilder, Be-Griffe wie "Gott" oder "Göttin" sind Möglichkeiten, mit anderen Menschen über diese Orientierungen zu kommunizieren. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Diese ZEICHEN existieren, in unendlicher Vielfalt, in Natur und Kultur, für uns alle wahrnehmbar.

Donnerstag, 2. September 2010

Religion

Religion ist die Verankerung symbolischer Ordnungen in der Psyche. Symbolische Ordnungen repräsentieren politische Ordnungen, zum Beispiel Verhältnisse zwischen Personen und Personengruppen. Diese Verankerung in der Psyche eines Menschen stabilisiert diese Ordnungen und bindet ihn an sie. Gleichzeitig weist sie dem Individuum einen Platz in der Ordnung zu, in einer Hierarchie zum Beispiel einen Platz weiter oben oder unten. Ordnungen können lineare, hierarchische oder vernetzte Muster bilden.

Die patriarchalen Religionen beispielsweise bilden hierarchische Ordnungen mit Vätern an der Spitze ab. Söhne werden in dieser Ordnung von den Vätern geopfert. Eine mögliche Wirkung dieser Ordnung ist das soldatische Heldentum, die Opferung von Söhnen im Krieg zum Machterhalt und zur Vergrößerung des Machtbereichs der Väter.
Die patriarchalen Hierarchien weisen Müttern eine Rolle als Besitz der Väter zu, was diesen die Kontrolle über ihren Nachwuchs ermöglichen soll. Eine Folge dieser Ordnung ist die Spaltung weiblicher Muster in die sexuell aktive weibliche Kinderlose und die marienhaft asexuelle aseptische Mutter.

Die Verankerung der symbolischen Ordnungen erfolgt durch Mythen, Bilder und Rituale, die den Kindern schon in der Früherziehung nahegebracht werden, in der modernen Gesellschaft beispielsweise durch Fernsehprogramme, in früheren über Märchen, Geschichten, Lieder und Gedichte. Die subtilste und gleichzeitigt wichtigste Verankerungswirkung hat die Sprache selbst. So können Machtverhältnisse unsichtbar gemacht werden, Personengruppen unsichtbar gemacht werden ("der" Mensch) und Alternativen zu bestehenden Ordnungen unsichtbar gemacht werden, indem sie tot geschwiegen werden.

Wenn wir heute andere Verhältnisse etablieren wollen, beispielsweise vernetzte Strukturen in flachen kooperierenden Hierarchien, kommen wir nicht darum herum, für diese auch symbolische Ordnungen zu formulieren, zu benennen und zu beschreiben. Vorbilder finden sich in so genannten matriarchalen Kulturen, wie beispielsweise sie Hannelore hier gesammelt und beschrieben hat.
Wichtig ist auch, entsprechende Sprachmuster, Bilder, Mythen, Rituale ... zu finden, die uns ermöglichen, unsere Psyche in diese Ordnungen einzubinden. Ein einigermaßen allgemeinverständlicher Ansatz zum Begriff "Symbolische Ordnung" findet sich bei Antje hier, Texte zum religiösen Aspekt finden sich bei Jutta Voss oder Gerda Weiler.

Mit den Mitteln der Rebellion ("Kampf gegen") oder Ignoranz ("Atheismus") stellen wir bestehende Ordnungen nicht in Frage, sondern stärken sie indirekt, weil wir ihre symbolischen Ordnungen in unserer Psyche anerkennen und nicht durch unsere ersetzen.

Wir begehren heute den Paradigmenwechsel. Erreichen werden wir ihn, wenn wir Religion, wenn wir unsere symbolischen Ordnungen, nach unseren Zielen gestalten. Wirkung ist die Vereinigung unserer psychischen Energien, in eine zielgerichtete Kraft der Veränderung hin zu einer neuen politischen Ordnung.

[Ergänzung 3/2015: GOTT DIE MUTTER - eine alternative symbolische Ordnung, eine Kreation von Kirsten Armbruster]